Programm:

Sonntag,  29. September 2013


 
10.30 Uhr Kirche Berbling - Matinee mit Alter Musik
Gertrud Wittkowsky (Zither), Franz Vitzthum (Countertenor), Regina Frank mit dem Ensemble La Meiga Rubia, Trio Psalteria

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Der Sonntag beginnt mit einer Matinee in der Kirche Heilig Kreuz in Berbling. Zu dem Rokoko-Kleinod – Wilhelm Leibl malte hier seine berühmten „Drei Frauen in der Kirche“ - passt Alte Musik von Ortiz, Dowland, Monteverdi, di Lasso, Quantz u.a, gespielt von drei Ensembles.

 

La Meiga Rubia (Beate Hariades, Sopran, Traversflöte, Stefanie Pritzlaff, Block- und Traversflöte, Regina Frank, Zither) hat sich auf die Musik der Renaissance spezialisiert. Ständig auf der Suche nach Neuem im Alten interpretieren sie die facettenreiche Musik einer Zeit, in der der Mensch sich dem Erfinden und Entdecken hingab.

 

Isolde Jordan und Harald Oberlechner aus Innsbruck sind mit der Tiroler Geigerin Barbara Aichner im Trio Psalteria durch eine langjährige kammermusikalische Zusammenarbeit verbunden. Nicht zuletzt durch die Kombination der Zithern mit Violine, Blockflöte und Perkussion und „hauseigenen“ Arrangements und Kompositionen entsteht ein ungewöhnlicher, reizvoller Mix aus barockem und modernem Kammermusik-Ensemble und Tiroler Stubenmusik.
Die Zitherspielerin Gertrud Wittkowsky tritt seit 1997 regelmäßig mit dem Countertenor Franz Vitzthum auf.  Das Repertoire der beiden beinhaltet seltene Schätze nahezu aller Musikepochen. Auf die Pflege zeitgenössischer Musik legen die Künstler besonders großen Wert.
 
 
14  – 22 Uhr Wendelstein - Zither am Berg
Livemusik und Klanginstallationen 
 
ab 14 Uhr Zahnradbahn
Zitherrock und Alpenidylle mit Rosalyn Sabo, Zither Manä, Johannes Schubert u.a.
 
14 - 18 Uhr Wendelsteinkirchlein - Shortcuts 
Acht Kurzkonzerte mit Alter Musik
 
          14.00 - 14.15 Uhr Elisabeth Biller
          Silvius Leopold Weiss: Sonate in G
 
          14.30 - 14.45 Uhr Janja Brlec
          Silvius Leopold Weiss: Suite in G
 
          15.00 - 15.15 Uhr Laura Faig (Sopran), Pia Grandl
          John Dowland: Fünf Lieder
 
          15.30 - 15.45 Uhr Franja Kocnik
          Georg Muffat: Passacaglia; Giuseppe Antonio Brescianello: aus Partita XVI
 
          16.00 - 16.15 Uhr Johannes Schubert
          Silvius Leopold Weiss: Suite in f-Moll
 
          16.30 - 16.45 Uhr Karmen Zidar Kos (Cetra Nova), Marina Momeny (Barockvioline)
          Robert de Visee: Suite c -Moll
 
          17.00 - 17.15 Uhr Neli Zidar Kos
          John Dowland: Fantasie No. 3 – Farewell; Silvius Leopold Weiss: aus Sonata Nr. 35 in d-Moll
 
          17.30 - 17.45 Uhr Fabian Steindl
          Alonso Mudarra: Fantasia X; S.L. Weiss: aus der Suite d-Moll; Hans Neusidler: Welscher Tanz
 
ab 14 Uhr Mitter-Alm
Almer
Es spielen: Trio Schreier/Maurer/Herrnberger, Kerschbam Zithermusi,  Brannenburger Zithermusi, Bad Anger Trio, Gerhard Wunderlich, Janja Brlec/Peter Napret, Dr. phil & friends, Höglinger Trio, Petra Hamberger,  Elisabeth Biller mit den Isarwinkler Zitherspatzen, Sandra Derschang und Um a Fünferl ein Durcheinand 

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Wer nicht zu weit hinauf will, steigt bei der Mitteralm aus. Dort treffen sich von 14 Uhr an verschiedene Musikgruppen, um miteinander zu musizieren. Ob nach traditionellen Mustern Neuentstandenes oder historische Melodien von Herzog Max, ob alpenländische Weisen oder slowenisches Volksgut, der Sonntag auf der Mitteralm bietet abwechslungsreiche, musikalische Unterhaltung. Neben bekannten Gruppen wie der Kerschbam Zithermusi bringt sich der Nachwuchs kräftig mit ein. Vom Landesverband Saarland kommen Sandra Derschang und Um a Fünferl ein Durcheinand angereist, ein bunter Haufen zitherbegeisterter Jugendlicher und Kinder.

Die Zither im Zusammenklang mit Hackbrett, Flöte und Gitarre präsentieren Evi und Annette Meier mit Simone Englhardt aus Högling. Im Tölzer Raum beheimatet sind die Isarwinkler Zitherspatzen, ein Zithertrio mit Lehrerin Elisabeth Biller an der Gitarre. Das Trio Schreier/Maurer/Herrnberger spielt mit Akkordeon, Zither und Gitarre nicht nur traditionelle Volksmusik, sondern auch Unterhaltungsmusik á la Freundorfer und Knabl. Der Brannenburger Zithermusi (2 Zithern, Kontragitarre) und dem Bad Anger Trio (Ziach, Zither, Kontragitarre) dagegen liegt besonders die Pflege der regionalen Musikkultur am Herzen. Sie spielen Werke einheimischer Zitherspieler des vergangenen Jahrhunderts, wie etwa von Josef Köck aus Brannenburg und Josef Bauer aus Fischbach/Inn.

Herzog Maximilian in Bayern, Sisis Vater, widmete 1846 dem Wendelstein sein Opus 29 mit dem Titel „Die Wendelsteiner - Oberländer-Tänze". Dieses und weitere seiner Stücke spielt Petra Hamberger, begleitet von Sabine Huber (Gitarre) auf einer historisch-nachgebauten Zither. Sabine Huber ist auch bei Dr. phil & friends mit dabei. Das Acoustic-Ensemble um die Songwriter Florian Huber und Xoxi Huber lädt zu einer grenzenlosen Musikreise ein.

Weitere Gäste sind Gerhard Wunderlich, Zitherspieler aus Leidenschaft seit 1966 und im Normalberuf Zitherlehrer, sowie Janja Brlec und Peter Napret (Geige), die slowenische Evergreens interpretieren.

 

 
15 Uhr – 22 Uhr Wendelsteinhaus
Salon Wendelsteinhaus 
Kurzkonzerte (ca 30 Minuten) ) mit d’Housemusi,
Frank Bluhm Trio, Saitentanz, Trio Greifer, Zither-
Manä und ZitherRausch
 
          15 Uhr Saitentanz

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Saitentanz ... das ist pure Lust am Musizieren, und das seit 1999. Begonnen hat alles mit einem Projekt im Volksmusikarchiv des Bezirks Oberbayern.

Fünf pfiffige Saitenmusiker trafen sich, um neues Notenmaterial für interessierte Musikanten zu erarbeiten. Gesucht - gefunden, so könnte man das Zusammentreffen von Angelika Weber (Hackbrett), Judith Geißler-Herzog (Harfe), Helmut Scholz (Zither), Martin Prochazka (Gitarre) und Erich Kogler (Kontrabaß) bezeichnen. Seither wird für das Ensemble alles passend gemacht, was gefällt. Vor keiner Stilrichtung macht das Ensemble halt, Hauptsache, die Freude am Musizieren ist vorhanden.

 
          16 Uhr Zither-Manä

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Über den Zither-Manä (eigentlich: Manfred Zick), der im Gasthof Negele bei Miesbach 1980 den „Zither-Rock“ erfand, muss man nicht viele Worte verlieren. Er war einer der ersten, der die Zither aus der verstaubten Ecke herausholte. Inzwischen gibt er seit 33 Jahren alles zum Besten, was ihm gefällt – und das ist halt nicht nur bayerisches Liedgut. Neben Volksliedern und Landlern interpretiert er Rock, Tango, Blues, Irischen Folk, Balladen. Vom Kiem Pauli bis Pink Floyd nutzt er die Zither als Universal-Instrument.

 
          17 Uhr Trio Greifer

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Leopold Hurt, Reinhilde Gamper und Martin Mallaun spielen Kompositionen von Peter Jakober, Burkhard Stangl und Leopold Hurt

 
           18 Uhr d’Housemusi

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A Zither und a Ziach – wer da gleich nur an Landler und Polka denkt, der hat sie noch nicht live erlebt: Martin Regnat, Toni Fischer und Sepp „Mü“ Müller als d´Housemusi kommen ursprünglich aus der Volksmusik. Das Trio steht für eine äußerst witzige und außergewöhnliche Mischung aus griabig´n Stubenrock und groovigen Landlern.

 
          19 Uhr ZitherRausch

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Fetzig, frech und frisch - das sind die fünf talentierten jungen Damen von Rosalyn Sabos „ZitherRausch“. Kathrin Aigner (Kontrabass, Zither), Anna Hundschell (Zither), Margit Koziol (Zither), Katharina Wittmann (Gitarre, Gesang) und ihr Coach Rosalyn Sabo (Zither, Gesang)  bringen nicht nur ihre Instrumente zum Zittern. Mit Gitarre, Kontrabass und Zithern entführen sie die Zuhörer mit fetziger Musik in fremde Länder - von Chile über Ungarn bis tief in den Balkan.

 
          20 Uhr Frank Bluhm Trio

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Swing und Latin müssen wohl die heimliche Leidenschaft des Frank Bluhm Trios sein, denn seit 20 Jahren sind Iris (Gitarre) und Frank Bluhm sowie Jörg Hess (Kontrabass) nun bereits unterwegs mit „Sweet Georgia Brown und vielen anderen bekannten Jazz-Standards. Das Trio entstand aus der Saitenmusik Frank Bluhm (gegründet 1983). 1998 bekam die Saitenmusik für außerordentliche Verdienste um die „Bayerische Volksmusik“ den Kulturpreis der Hanns-Seidel-Stiftung.

 
 
15 – 18 Uhr Sonnenterasse (unregelmäßig)
ALPsides
Musikalische Interventionen mit Michael Büttler (Alphorn, Büchl) und  Georg Glasl (E-Zither)

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Die kurzen Intermezzi von Michael Büttler (Alphorn) und Georg Glasl (E-Zither) beruhen auf Georg Haiders Schafkopfstücken für Alphorn und Sedimenten traditioneller Jodler und Tänze auf der E-Zither, wie das Schaben/ Wischen eines Tanzpaares, das Atmen im Taktwechsel, heisere mit Bogen gestrichene Flageolettöne. Klänge, Geräuschfetzen, organische Beats führen einen Dialog mit den naturtönigen Alphornsoli von Georg Haider. Die Miniaturen entsprechen dem Bayerischen Schafkopfspiel, nennen sich Grassiebener, Herzkönig, Eichelober oder Schellnsau,. Ein spannendes Spiel mit Trümpfen und Fehlfarben.

Ganztägig Aussichtsplattform Gacher Blick

Klanginstallation mit Hauke Harders Dör’n Dör für Zither in reiner Stimmung

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Der atemberaubende Ausblick auf die benachbarten Gipfel, die Weite, die Erhabenheit der Bergwelt finden in der reduzierten Klangsprache von Dör’n Dör, die sich auf das Wesentliche beschränkt und reine Klänge aushorcht, ihr akustisches Pendant. Der Komponist schreibt dazu: „Da die Zither eher im ländlich volksmusikalischen (alpinen) Zusammenhang bekannt ist, habe ich dem Stück einen Titel gegeben, der meine eigenen ländlichen (norddeutschen) Wurzeln deutlich macht. Dör’n  Dör ist plattdeutsch (niederdeutsch) und kann 'durch und durch’ oder auch 'Tür an Tür’ heißen. Die Bedeutungen beziehen sich auf die 'durch und durch’  reine Stimmung und auf Passagen, bei denen die Verwendung von in der Obertonreihe nebeneinander ('Tür an Tür’) liegenden Obertönen zu deutlichen  Schwebungsmustern führt.“ Das zutiefst im Inneren Berührende der Klanginstallation wird sowohl bei guter als auch bei schlechter Sicht zu erleben sein.

 
Ganztägig Wendelsteinhöhle
dia-materiell (klangserie II) – zither
Eine Installation von Alois Späth im Höhlendom am Wendelstein

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Die Installation am Wendelstein ist ein Ensemble von selbstklingenden Zithern: jedem Instrument ist ein sogenannter Transducer angebracht, ein spezieller Lautsprecher, der den Klang lediglich als Schwingung überträgt und damit den Korpus der Zither als Resonanzkörper verwendet. Somit werden die Instrumente  zu Lautsprechern, über die ein Arrangement von Zithertönen zu hören ist, die eine Bearbeitung in spezieller Weise erfuhren: Klänge wurden von Zithern aufgenommen, ein Klang wird über die einzelne Zither als Resonanzkörper abgespielt, mit Kontaktmikrofon aufgenommen, die Aufnahme wird über die Zither abgespielt und wieder aufgenommen - ein Kreislauf beginnt. Am Ende mehrerer Durchgänge steht ein von der Eigenresonanz der jeweiligen Zither stark angereicherter Klang. In der Wendelsteinhöhle baut sich ein Gewebe von verschiedenen Klängen auf, aus welchem einzelne an bestimmten Punkten hervortreten, wenn sie mit ihrer ganz eigenen Klangeinfärbung auf auf das Instrument mit der entsprechenden Eigenresonanz treffen.

Die Zither war mir als Musikinstrument schon von frühester Kindheit an vertraut:

Mein Vater - von Beruf Schmied - spielte in seiner freien Zeit die Zither. Die Musik meiner frühen Jahre war volksmusikalisch geprägt, dann bei den Regensburger Domspatzen tauchte ich in die Welt der klassischen Musik ein. Über das Studium der Musikwissenschaft hin, meine Jahre als Berufssänger im Bereich der Chor- und Ensemblemusik hindurch bis zu meiner jetzigen Tätigkeit im Bereich der Klangkunst und Klanginstallation - immer beschäftigten mich Resonanzen, Klänge und Klangfarben und das fast lupenartige Hinein-Zoomen in einen Klang. Die Zither, in meiner musikalischen (Hör-)Welt immer präsent - ob nun im Kontext von Alter Musik, Volksmusik, aber auch zeitgenössischer oder elektronischer Musik - tritt nun mit der Arbeit dia-materiell (klangserie II) - zither am Wendelstein wieder in den Vordergrund, ich hole ihren intimen Klang für mich und die Zuhörer ganz nah heran. Die Klanginstallation leuchtet in den zarten, manchmal fragilen Klang verschiedener Zitherinstrumente hinein, sie reduziert sich auf Klangeigenschaften, geht detailliert ins Kleine und weitet sich doch wieder ins Große aus, wenn beim Hören auf das Ensemble selbstklingender Zithern weitergreifende Zusammenhänge und -klänge erfahrbar werden. Alois Späth

 
 
 
 


 


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